02 – Therapie

Hier möchte ich festhalten welche Therapien ich durchgeführt habe. Meine Aufzeichnungen enthalten immer einen Teil meiner Emotionen. Ich versuche jedoch in diesem Teil so pragmatisch wie möglich zu bleiben.

Meine 1. Therapie nach der Diagnose im Dezember 2011 war eine große OP. Alles raus: Ovarien, Uterus, Appendix, Bauchfell und 43 Lymphknoten. OP in der Charité Frauenklinik. Es ist eine große Klinik. Die Schwestern sind sehr bemüht auf einer Station, die viele Krebspatienten hat, aber sich nicht als onkologische Station bezeichnet. Warum? Budget? Die Abend- & Nachschwestern haben Zeit für Persönliches. Eine liebe Schwester besorgte mir eine Art Laufwagen, damit ich wieder Laufen lernen konnte. Für die erste Zeit eine tolle Hilfe. Ärzte reden bei der Visite über dich, aber nicht mit dir – komisch. Nur der Chefarzt Prof. Dr. Sehouli wechselte mit mir bei seiner Visite eine paar Wort. Er hatte im Dezember 2011 die Zweitdiagnose gestellt. Dieses Erstgespräch mit ihm war für mich wichtig. Er fand sofort klare Worte und redete nicht um den heißen Brei herum. Das ist in einer solchen Situation sehr wichtig. Es war trotz des nicht erfreulichen Themas ein angenehmes Gespräch und ich war ihm sehr dankbar. Auch auf der Station habe ich die Gespräche mit ihm immer als sehr klar empfunden.

Erst 1 Tag vor der Entlassung erhielt ich mein angemahntes ausführliches Arztgespräch mit dem operierenden Arzt. Diagnose: Primäres seriöses Ovarialkarzinom FIGO IIIc, G3 pN1 (9/49), ECOG/Kanofsky – 0/90% .  Als ich sagte, dass ich der Chemotherapie, die er mir sofort nach der Klinik vorschlug, ablehnend gegenüber stehe, war er sehr schroff. “Sie verringern so ihre Überlebenschance innerhalb der nächsten 5 Jahre von 80% auf 30%! Wollen Sie das?” Keine Erklärung über Sinn und Wirkung der Chemo, Nichts, nur dieser Satz. Saß lange weinend auf dem Gang.

Leider nach der OP einige „Kollateralschäden“ – gestaute Niere (ev. hat der rechte Harnleiter was abbekommen) mit setzen einer Harnleiterschiene und Beeinträchtigung der Nerven, so dass ich zuerst mein rechtes Bein nicht mehr bewegen konnte. Bei einer solch großen OP ist das nicht auszuschließen.

Dann Pause und Suche nach einem Onkologen. Termin Ende Februar 2012 im Medizinischen Versorgungszentrum Havelhöhe bei B.M.. 1 1/2 Stunden Erstgespräch. Verständnis für meine Einstellung zur Chemo. Lange Erklärung und Vorschlag und Bedenkzeit. Ich habe mich ernst genommen gefühlt.  1 Woche später die Entscheidung: 4 Infusionen im Abstand von 3 Wochen mit Carboplatin, Paclitaxel, Avastin begleitet von 1 mal je Woche Iscador. Nach der 2. Chemo zusätzlich Flüssigkeit, da ich jedes mal 4 Kilo abnahm und ja sowieso nur Haut und Knochen war. Iscador für etwa ein knappes Jahr fortgesetzt. Blutkontrolle nach Ende der Chemo regelmäßig – immer gute Werte. Physio und Osteopathie. Zwischendurch wurde 2 Mal die Harnleiterschiene gewechselt und schließlich raus.

Dann nur noch regelmäßige Blutkontrolle. Werte immer im Normbereich.

Im April 2014 starke Kolik und Feststellung eines Rezidiv. Nach Einholung einer Zweitmeinung Entschluss meiner Therapie in der Klinik St. Georg durchzuführen in Verbindung mit der Behandlung im Institut für Integrative Medizin med-i-xin in Lans bei Innsbruck.

Die 2. Therapie begann ich am 11. 06. 2014 in der Klinik St. Georg in Bad Aibling. Kernbestandteile sind Ganz- & Teilhyperthermie. Die Ganzkörperhyperthermie wird begleitet von der geringdosierten Chemotherapie mit Cisplatin. Im Anschluss wird das Immunsystem aufgebaut mit Vit. C Infusionen, Vitalfeld, O2, Ozon, Chelat- und Procain-Infusion. Zusätzlich Colon-Hydro-Therapie, Reiki und eine THC Sitzung. Wesentlich schnellere Regeneration nach der Chemo und nicht so starke Übelkeit.

Bis zum nächsten Klinikaufenthalt Medikamentenplan: Selen, Zink, Idol-3-Carbid, Alpha-Liponsäure, Curcumin & Zeolith.

Im Anschluss an die Klinik im Institut med-i-xin Seelisch-Emotionale Prozessarbeit (SEP), Öffnung von Energiepunkten und Ausleitung von Giftstoffen durch aktives und nasses Schröpfen.

 Anfang August 2014 wird der 2. Klinikaufenthalt erfolgen.

Zwischen den Klinikaufenthalten mache ich selbst Folgendes:

  • Ernährung nach dem Buch „Öl Eiweiß Kost“ nach Dr. Budwig in Verbindung mit meiner veganen Ernährung
  • regelmäßige Meditation mit einem Mantra „Ich BIN vital und gesund!“
  • morgendliches Öl ziehen
  • viel trinken (min. 2 l/Tag) – versuche ich jedenfalls
  • Kaffeeeinläufe zur Entlastung der Leber
  • Zusätzlich von der Klinik empfohlene Medikation: Selen 200 μg, Zinkotase, ASS 50 mg, Idol 3 Carbinol, Alpha-Liponsäure 600 mg, Curcumin 500 mg, Zeolith, Vitamin D

4 Gedanken zu „02 – Therapie

  1. Liebe Soja,wie geht es dir??
    Vor Kurzem habe ich mal wieder alles gelesen was so bei dir geschrieben stand.Nichts Neues bedeutet wohl auch nichts Schlechtes. So ist es zumindest bei meinen Kindern, wenn ich länger nichts von ihnen höre.
    In der Dämmerung saß ich noch ein Weilchen im Liegestuhl im Garten und sah in den Himmel.Es wurde angenehm kühl und interessante Wolkenformationen zeigten sich.Da wußte ich wiedermal ,wie schön es ist zu leben.
    Herzlichst
    Heidrun

    1. Liebe Heidrun,
      schön Dich hier zu treffen. Ja, der Blog lag in einem halbjährigen Dornröschenschlaf. Ich habe ein kleines Video dazu gedreht. Du findest es auf der Seite „01 – Tagebuch“. Die Gerson-Therapie ist sehr zeit- und kraftfordernd. Jetzt geht es mir aber langsam besser und ich weiß ich bin auf dem richtigen Weg! So wird es in nächster Zeit langsam an meinem Blog weiter gehen.
      Ich grüße Dich ganz herzlich!
      Soja

  2. Liebe Soja,ich hoffe sehr, dass du auf einem guten Weg bist!
    Ich habe eine Krise: Das heißt, ich zweifle ob meiner richtig ist.Nach meinen „großen Chemos bekomme ich aller drei Wochen-für insgesamt 15 Monate- Avastin. Hattest du das auch? Rechtfertigt das Herausschieben um ein paar Monate diese Chemische Belastung?Ist man nicht eher ein Forschungsobjekt der Pharmaindustrie?Sollte ich es weiter nehmen?
    Kostet die Behandlung, die du jetzt gewählt hast viel?
    Bis jetzt hatte ich wenig geweint. Aber heute ist es anders.
    Ich würde mich freuen, wenn du Gutes zu berichten hättest und etwas weißt,was in dunklen Stunden stärker macht.
    Liebe Grüße
    Heidrun

    1. Liebe Heidrun,

      ich fühle sehr mit Dir und weiß wie schwer Entscheidungen bezüglich eines Therapieweges sind.

      Ich hatte bei meiner allerersten Chemotherapie 2012 auch 3x Avastin bekommen und es hat mich wirklich „weggeknallt“. Anders kann ich es nicht sagen. Bei meinem Rezidiv in diesem Jahr wurde mir von meinem Onkologen erneut Chemo mit Avastin angeboten. Ich habe dann viel recherchiert und mich dagegen entschieden. Durch eine Empfehlung machte ich in diesem Sommer 2 Aufenthalte in der Klinik St. Georg in Bad Aibling mit Ganz-/Teilkörperhyperthermie mit gering dosierter Chemotherapie. Die Hyperthermiebehandlungen musste ich allerdings selbst bezahlen, da die Krankenkassen es ablehnen obwohl genügend Studien darüber vorliegen. Mit der Hyperthermie kann man die Dosierung der Chemotherapie geringer halten. Aber wahrscheinlich werden nicht genügend Zytostatika verbraucht. Ich bin mal etwas zynisch. 😉

      Ein PetCT im September ergab zwar eine Besserung und es wurde ein neuer befallener Lymphknoten entdeckt (ich glaube aber der wurde im April beim MRT und CT übersehen). Nun musste ich mich entscheiden noch weitere Klinikaufenthalte zu machen oder eine andere Lösung zu finden. Ich muss dazu sagen, auch die gering dosierte Chemotherapie im Sommer hat bei mir Spuren vor allem im Magen und Darm hinterlassen. Die Klinik in Bad Aibling ist wirklich sehr gut und auch die Komplementärbehandlungen, die die Krankenkasse bei mir alle übernahm, sind ausgezeichnet.

      Ich wußte aber nicht wie viele Klinikaufenthalte kann ich finanziell noch tragen und ist dann das Thema vom Tisch?

      Bei all meinen Recherchen ist mir immer wieder die Gerson-Therapie „über den Weg gelaufen“. Das bewog mich nun mich genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Ich besorgte mir alle Bücher die es dazu gab, sah die Videos bei Youtube zu dem Thema. Es ist eine wirklich harte Selbsttherapie, aber finanziell absolut tragbar. So habe ich mich entschlossen diese Therapie jetzt zu beginnen. Es ist so ein Glück, denn mein Onkologe unterstützt mich dabei. Das kommt nicht oft vor. Viele Onkologen lehnen eine Ernährungstherapie ja ab, besonders Schulmediziner. Ich werde auf meinem Blog dazu berichten. Dann wird auch wieder mehr dort los sein.

      Ich weiß wie schwer es ist für sich eine Entscheidung zu treffen. Man bekommt so viele Informationen und die Onkologen geben ja auch Ratschläge. Manchmal möchte man bei der psychischen Belastung die man durch die Krankheit hat gar keine Entscheidungen treffen. Ich für mich habe festgestellt, dass ich mich dann aber ausliefern würde und eine Selbstbestimmung in der Therapie das Wichtigste ist. Ich fühle mich so frei und stärker!

      Meine Entscheidung hat auch der Wunsch nach einer möglichst hohen Lebensqualität trotz Krebs beeinflusst. Ich kann mir nicht vorstellen mit einem kaputten Darm zu leben, der mich dann nicht mehr das Haus verlassen lässt und soziale Kontakte fast unmögliche macht. Wozu dann eine längere Lebenszeit, die ja sowieso nicht nach Jahren sondern eher nach Tagen bemessen ist? Das sind meine Gründe. So schwer es auch ist, Du musst für Dich ganz allein eine Entscheidung treffen. Sammle viele Informationen und höre dann auf Deinen Bauch. Du hast für Deinen Körper die größte Kompetenz.

      Dunkle Stunden kenne ich nur zu gut. Inzwischen lasse ich sie zu, weine auch und nehme es an. Ich kämpfe nicht mehr dagegen. So gehen sie bei mir am schnellsten vorbei.

      Ich sende Dir viel Energie!

      Liebe Grüße
      Soja

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