02 – Juni 2014

04. 06. 2014 / 08.36 Uhr – Seit gestern weiß ich den Termin für die Klinik: 11. Juni. Nun kommt doch Hektik auf. Am meisten habe ich Stress mit meinen beiden Hunden. Aber mein Sohn wird sich kümmern. Doch der Stress steigt langsam in mir hoch und ich habe keinen Appetit mehr. Fressattakten werden mich ev. quälen. Muss achtsam sein.

05. 06. 2014 / 08.25 Uhr – Heute noch Behördengänge erledigt. Qual! Ich weiß nicht warum ich da nicht locker sein kann. Die Beamtin war nett, aber die Tatsache, was ich noch alles tun muss, macht mich einfach fertig. Na ja – ist nun mal so.

Habe Sodbrennen, mir ist übel und ich habe keinen Appetit. Nehme ab. Na für das Kleid am Freitag kann es nur gut sein.

06. 06. 2014 / 23.58 Uhr – Wunderschöner Tag mit meiner Tochter und ihrem Sohn. Am Abend in The Castle Pub „Love Songs am Piano“. War sehr schön. Danke M.

08. 06. 2014 / 12.56 Uhr – Blog ist online! Themes gewechselt. Will es klar. Hab mich für eine Seitenstuktur entschieden und nicht für Beiträge. Folgende Seiten:

1 – Tagebuch

2 – Therapie

3 – Ernährung

4 – Sterben

5 – Bücher/Videos/Links

 erste Seite – Warum Blog?

Das ist der erste Entwurf. Wird sich sicherlich noch ändern. Will in der Klinik arbeiten.

09. 06. 2014 / 00.36 Uhr – Kann nicht schlafen, mir ist ständig schlecht. Aufgestanden und am Blog weiter gearbeitet.

09.33 Uhr – Pfingsten ist dies Jahr einsam, einsamer als Weihnachten und Ostern. Sommerwetter – alle um mich herum sitzen auf ihren Terrassen – reden, lachen, hören Musik … Die Kinder sind beim Karneval der Kulturen dem Trommelfestival. Schön sie so als Familie zu sehen und der kleine Mann hält tapfer durch. Räume meine Küche auf – bald geht’s los.

14.55 Uhr – Eine Mail von einem lieben Freund erhalten. Ja, ich weiß die Themen Leichtigkeit und Loslassen fordern mich heraus

„Liebe Soja

Schön dich zu lesen und deine Kraft zu spüren. Und eins sollst du wissen, bei mir kannst du immer Energie holen….. einfach was du brauchst…..

…. Und erlaube mir eine kleine Bemerkung. Ich getraue es dir zu sagen, weil wir uns mit Clarity gut kennen und ich dich besonders schätze…. Manchmal, wenn ich dich lese, spüre ich eher  „Muss“ und ein etwas asketische Seite (ich will und muss es schaffen, mit sehr viel Disziplin)…. Manchmal denke ich ein „mehr loslassen“  und sich Sachen gönnen würde auch sehr gut tun….. Es vibriert sehr stark bei mir, weill ich es von mir so gut kenne….

So das wärs…. Und bis zum nächsten Mal…. In Liebe

G.“ :-)

Ich erhalte so viele positive Rückmeldungen auf mein Blog. Es motiviert mich weiter zu machen und ihn nach und nach zu füllen, nicht nur mit meinen Tagebuchnotizen!

10. 06. 2014 / 07.08 Uhr – Heute geht’s in die Klinik. Sehr schlecht geschlafen – geschwitzt, Nase zu. In der Dusche dann der Gedanke „Freu Dich doch, endlich geht’s los!“ Habe viel zu viel eingepackt, aber egal.

13. 06. 2014 / 09.14 Uhr – Meine Schrift sieht noch etwas komisch aus (Ich mache meine Tagebucheintragungen von Hand in einem Buch). Mein Blutdruck ist ziemlich unten.

Es war schön mit meinem Sohn unterwegs zu sein. 2 intensive Tage. Ich liebe diesen Austausch. Er hat dann noch Porträtfotos von mir im Garten der Klinik gemacht. Mal sehen wie sie geworden sind. Wünsche mir 1 Foto fürs Blog.

Am 11. Juni Aufnahme in die Klinik St. Georg in Bad Aibling. Im 2-Bett-Zimmer noch allein. Balkon, Kühlschrank, Schreibtisch, großer Kleiderschrank (hab ja zu viel mitgenommen, so dass ich ihn gut gebrauchen kann) und eigenes Bad. Die Klinik ist sehr schön, mehr wie eine Kurklinik als ein Krankenhaus. Essen gibt´s im Speisesaal und mein veganer Anspruch war überhaupt kein Problem.

Am 2. Tag gleich meine Ganzkörper-Hyperthermie mit Chemo. Es gab Hektik. Nach meiner OP im Januar 2012 sagte mir ein Arzt auf der Intensivstation so beiläufig „Ach übrigens Sie vertragen das gleiche Zeug nicht, wie Michael Jackson – Propofol!“ Ich war zu benommen und fertig um weiter nachzufragen. Im Entlassungsbrief stand davon nichts. So sagte ich es am Vorabend der Hyperthermie der Anästhesistin. Bei Nachfragen in der Charité konnte die Unverträglichkeit bestätigt werden. Keine Info´s mehr über meine Reaktionen zu bekommen. Ist eben ein riesen Klinikum.

Die Hyperthermie wird bei Vollnarkose durchgeführt, denn schließlich wird man mehrere Stunden bei etwa 41,6 oC „geröstet“. Die Narkose hat bei mir so gut gewirkt, dass ich erst am nächsten Morgen wieder so richtig bei mir war.

11.38 Uhr – Doch noch wackelig auf den Beinen. Zu wenig Kalium – dagegen eine Infusion die schön brennt. Dann ein Jazz Konzert am Mac gehört auf www.jazzonthetube.com.

14. 06. 2014 / 08.21 Uhr – Kaum geschlafen. Wieder die Übelkeit und Kopfschmerzen. Langsam kommt der metallische Geschmack und der Appetit geht weg. Tabletten gegen Übelkeit – krieg sie kaum runter. Ist bei weitem nicht so schlimm wie vor 2 Jahren.

17.00 Uhr – Nur wirres alptraumartiges Zeug im Dämmerschlaf geträumt. Nix Essen – nix trinken. Quälender Tag. Jetzt Infusion gegen Übelkeit. Mal sehen.

15. 06. 2014 / 07.28 Uhr – Übelkeit und Kopfschmerzen. Alpträume von Löchern im Körper, ständigem Umherziehen. In meinem Zimmer liegt eine Biene auf dem Boden. Sie hat es wohl gestern nicht rechtzeitig zurück geschafft. Lege sie auf den Balkon in die Sonne. Vielleicht erholt sie sich. Früher hatten wir in unserem Garten immer mit den Kindern zusammen Hummelkrankenhäuser eingerichtet.

18.50 Uhr – Endlich konnte ich kotzen – das hat befreit. Hatte mich ja zu Mittagessen gequält. Tat mir erst gut, wurde dann aber immer schlimmer.

Die Biene hat es leider nicht geschafft. Hab sie in eine Schachtel getan und nehme sie ev. als Malvorlage.

16. 06. 2014 / 07.08 Uhr – Diese Nacht war okay. Träume auch. Erinnern kann ich sie nicht, sie hinterlassen kein unangenehmes Gefühl. Im Bad merke ich wieder diese leichte Übelkeit und ein Taumeln. Also, schön langsam Soja.

Über Jazz on the Tube ein schönes Konzert bekommen – Eroll Garner. Ich entdecke wirklich meine alten Leidenschaften und Erinnerungen.

17. 06. 2014 / 07.21 Uhr – Besser geschlafen, ohne Schlaftablette. 2 Mal in der Nacht länger wach gelegen. Wollte aufstehen, bin doch liegen geblieben. Mir ging der Text zum Tod meines Vaters durch den Kopf. Notizen jetzt gemacht. Dann wieder ein intensiver Traum, den ich jetzt nicht mehr erinnern kann. Werde zukünftig aufstehen und gleich alles aufschreiben.

19.07 Uhr – Heute Arztgespräch mit Frau Dr. Z. Sie beherrscht die Halbsatzsprache ja noch viel besser als ich – also gute Vibration zwischen uns. Wenn die 2. Ganzkörper-Hyperthermie am Freitag auch so gut läuft kann ich Montag gehen und mein geplanter Termin in Innsbruck bleibt bestehen. Ich muss Vitamin D erhöhen. Nächster Klinikaufenthalt spätestens in 6 Wochen. Muss in der Charité die Untersuchung des Tumormaterials anfordern, denn in den Untersuchungsbefunden steht nichts darüber, ob der Tumor 2012 östrogenabhängig war.

Am Nachmittag eine wunderbare Reiki-Behandlung bekommen. M. hat fast das gleiche Schicksal. Ihr Mann ist erst vor kurzem gestorben. Es gab so viele Parallelen. Danach Gruppentreffen der Patienten. Beobachtung: kranke Menschen sind schwer in der Lage ihre „Alltagsfassade“ aufrecht zu erhalten. Ist ein Mensch im Innern unzufrieden wird er es zeigen und Nichts kann ihm Recht sein – ist er dankbar für sein Leben wird er es ausstrahlen. Leider herrscht oft die Unzufriedenheit vor und es kam dann für meinen Geschmack zu viel „Gemecker“ auf. Diese Klinik bietet ein einzigartiges Konzept zur Behandlung von Krebs in Deutschland sehr erfolgreich an. Da kann man doch auch mal drüber wegsehen, wenn der Brokkoli etwas weicher gekocht ist! Das musste auch mal aus mir heraus!

18. 06. 2014 / 02.35 Uhr – Schlaflos in Bad Aibling. Ich kenne es schon von der letzten Chemo 2012. Habe nachts meine Küche und Wohnung geputzt. Mir gehen die Gedanken über Eigenverantwortung durch den Kopf. Es erscheint leichter die Verantwortung für seine Behandlung an Ärzte abzugeben. Das „Kümmern“ fällt weg. Für mich wäre diese Dumpfheit unerträglich. Eigenverantwortung fühlt sich schwerer, anstrengender an – gerade in akuten Zeiten. Ich habe mich dem immer wieder gestellt und werde es immer tun. Nur so habe ich diese Klinik gefunden und meine Gewissheit, dass ich meine Heilung selbst in der Hand habe und beeinflussen kann.

03.21 Uhr – Das Blog bearbeitet. Mir kam der Gedanke die Seite „Ernährung“ umzuwandeln: KÖRPER – Ernährung – Entgiftung – Entspannung.

11.14 Uhr – Komme gerade von der TCM – Behandlung. Zum 1. Mal Akkupunktur. Sie hat die Nadel am Solar Plexus mehrfach setzen müssen. Habe durch die Meditation gelernt mich einfach in eine Situation zu fügen.

14.45 Uhr – Komme gerade von der Colon-Hydro-Therapie. Ein sehr angenehmes Gespräch mit dem Masseur & Bademeister M.. Bin bestätigt zu Hause die Kaffeeeinläufe zur Leberentgiftung und Darmsanierung zu machen. Während des Mittagessens mit einer Patientin ein interessanter Austausch. Ihr Leben lang „kümmerte“ sie sich um ihre Familie. Nun ist es völlig neu und schwer für sie sich um sich selbst zu kümmern. Sie weiß noch nicht wie es geht.

16.08 Uhr – Wieder eine wunderbare Reiki-Behandlung! Hat für TCM entschädigt.

16.35 Uhr – Im Internet eine ältere Talkshow zum Thema Krebs angesehen. Ein Arzt sagte sinngemäß „Mit der Diagnose Krebs wird versucht ein Geschäft zu machen!“ Er bezog sich auf alternative Methoden. Ja, wahrscheinlich macht die Pharmaindustrie alles nur aus Menschenfreundlichkeit und nicht um Profite zu machen. :-(

19. 06. 2014 / 02.51 Uhr – Ist immer meine Wachzeit nach der Chemo. Die Entgiftungsorgane laufen auf Hochtouren. Schreibe Tagebuch und denke gerade über einen mir lieb gewordenen Menschen nach. Beziehungen zwischen Menschen können so motivieren und inspirierend sein, ich genieße das gerade.

06.22 Uhr – Habe mehrere Träume erinnert. Einen teile ich hier:

Mit A. meinem verstorbenen Mann in einem Haus. Ich war vorher weg und vergaß unsere Hunde mitzunehmen. Hatte es erst sehr spät festgestellt. A. war aber da und kümmerte sich. Wir sprechen miteinander – ich mache mir selbst große Vorwürfe und sage zu ihm, dass ich ihn doch sehr belaste und es besser wäre für ihn, wenn ich ihn verlassen würde und wir uns trennen. In seiner ruhigen, unaufgeregten Art, die ich zu seinen Lebzeiten an ihm so sehr schätzte, gab er mir zu verstehen, dass es nicht notwendig sei. Wir kommen doch gut klar und es wird immer besser mit uns. Ohne eine Liebesgeste oder Liebesworte war das etwas sehr tiefes zwischen uns. Ich fühlte mich so sehr geliebt und obwohl er mir nun ausführlich erklärte, welche Folgen oft mein Handeln für IHN hatte (Arbeit, Arbeit, Arbeit). ABER er liebt mich! – Ein wunderbarer Traum! In unserer Beziehung hatte ich immer die Freiheit das zu tun was ich wollte, immer unterstützte er mich, zeigte mir wie sehr er mich liebte. An diesem Morgen vermisse ich ihn besonders!

10.10. Uhr – Habe eine Projektidee. Das Konzept liegt schon seit Jahren in einem Ordner. Ist eigentlich das Projekt für ein Seminar. Das könnte ein toller Online-Kurs werden. Muss jetzt zur lokalen Hyperthermie.

11.52 Uhr – Komme gerade von der lokalen Hyperthermie. Lag unter einem geöffneten Fenster und es näherte sich die Fronleichnam-Prozession. Diese Behandlungsstunde nutze ich immer für eine Meditation mit einem Mantra zur Gesundheit. Dieses Mantra veränderte sich in der letzten Zeit. Anfangs sprach ich davon meinem Tumor zu bekämpfen, nun heißt es

„Mein Körper weiß wie er meine Tumore heilen kann und ich wieder ganz gesund werde und er tut es gerade!“

Als die Prozession mit dem Sing Sang des Pfarrers immer näher kam fühlte ich wie kraftvoll solch ein Sing Sang sein kann. So sang ich mein Mantra ebenfalls. Es fühlte sich sofort kraftvoller, wahrer an! Dann blieb die Prozession direkt unter dem Fenster stehen und betete das „Vater unser!“ Es war eigenartig, denn ich bin nicht christlich. An der Stelle „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“ liefen mir plötzlich die Tränen. Mir wurde erneut bewusst wie sehr mein Krebs mit Vergebung zu tun hat, vor allem mir selbst gegenüber.

12.32 Uhr – Fein gemacht sitze ich auf dem Balkon. R. kommt und wir machen einen Ausflug. Leider fängt es gerade an zu regnen.

21.41 Uhr – Es war einfach wunderschön. Das unstete Wetter bescherte uns leerere Straßen und wir fanden in den Bergen eine schöne Wirtschaft mit einem schönen Wanderweg in Wald und Felder. Auf einer Wiese gelegen und geratscht. Dann zum Chiemsee und am Wasser gesessen. Sich mit seiner besten Freundin auszutauschen ist so wohltuend. Spät ist sie in mein Leben gekommen, aber sie ist da! Zurück im Cabrio offen gefahren – leider kein Tuch und Sonnenbrille mitgehabt. Sonst wäre vlt. das Grace Kelly – Gefühl aufgekommen. Schee war´s!

Morgen wieder Ganzkörper-Hyperthermie.

20. 06. 2014 / 05.19 Uhr – Gut geschlafen dank vieler frischer Luft und des doch etwas anstrengenden Spazierganges gestern. Noch ein kleines Konzert auf Jazz on the Tube gehört und dann geht´s ab zum „rösten“ (Ganzkörper-Hyperthermie).

21. 06. 2014 / 12.57 Uhr – Habe alles gut überstanden. Diesmal auch nicht ganz so weg gewesen und den Ortswechsel in das Beobachtungszimmer mitbekommen. Gut gegessen. Bin noch wackelig und müde.

Auf Facebook gelesen – Bilbo Calvez liegt auch im Krankenhaus. Ich habe ein Buch und eine DVD von ihr. http://bilbo.calvez.info Ich finde die Bilder und Video´s sehr interessant und spannend. Ich habe ihr alles Gute gewünscht. Würde sie gern mal kennen lernen. Demnächst macht sie wieder eine Ausstellung und ich hoffe dass ich diesmal hingehen kann.

22. 06. 2014 / 07.03 Uhr – Nacht gut geschlafen. Jetzt kommt langsam der Platingeschmack durch, das kenne ich schon – Hals zu, nix essen, nix trinken. Mal sehen wie der Tag so wird. Morgen geht´s nach Lans bei Innsbruck und ich muss noch Taschen packen.

11.23 Uhr – Nicht so schlimm wie beim letzten Mal aber Gesicht ist taub.

17.33 Uhr – Den ganzen Tag nur gepennt. Ein bisschen Hörbuch. Idee gehabt den Link für Video im Blog mit einem Bild zu verbinden. Bild gemacht und eingefügt. Hat geklappt.

23. 06. 2014 / 03.45 Uhr – Kann trotz Schlaftablette nicht schlafen. Gestern noch einmal eine Infusion gegen diese quälende Übelkeit. Gedankenkarussel. Draußen beginnen bereits die ersten Vögel zu zwitschern. Ich liebe diesen Moment, wenn es ganz leise beginnt und immer lauter wird. Der Tag schleicht sich heran.

06.03 Uhr – Nicht wieder richtig eingeschlafen. Vor einer halben Stunde aufgestanden, endlich Haare gewaschen, da Infusionsnadel am linken Handgelenk raus. Noch ein kleines Unwohlsein da. Heute kommt mein Sohn und wir fahren in die Praxis Dr. Heber (med-i-xin) nach Lans bei Innsbruck.

20.38 Uhr – Schöne Fahrt nach Innsbruck. Nette FeWo. Dann zu Dr. Heber. 3 Stunden Behandlung: viel gefragt, viel erzählt, war von meiner OP-Narbe begeistert (super entstört). Dann Energiearbeit – sehr intensiv. Jetzt stehe ich aber das erste Mal richtig fest auf meinen Füßen – ein ungewohntes Gefühl. Bisher habe ich immer geschwankt oder bin gestolpert. Morgen erneut Termin.

24. 06. 2014 / 08.05 Uhr – War in der Nacht ständig wach und seit 05.30 Uhr wach gelegen. Habe versucht zu meditieren, fiel mir aber schwer. Das ist ungewöhnlich, da ich ja schon viele Jahre meditiere. Regen sich da Widerstände, die nun hoch kommen wollen? Habe ein schönes Bild für die Meditation: 20 Jahre jünger, tanzend, malend und die Worte singend „Ich bin vital und gesund!“

Wetter schlecht. Wird wohl nix mit der Seilbahn auf den Berg. Schade!

Kämpfe mit Übelkeit und einem Stoffwechsel, der einfach nicht in Gang kommen will.

26. 06. 2014 / 08.07 Uhr – Seit gestern bei R. in München. Mir ging es nicht so gut, der Stoffwechsel wollte nach den beiden Narkosen einfach nicht in Gang kommen. Habe wieder gemerkt wie wichtig ein gesunder Darm ist. Muss mich zu Hause sofort darum kümmern und entgiften und sanieren. Gerade auch nach der Chemo. Darauf wird zum Beispiel in der Schulmedizin gar kein Wert gelegt. Bei meiner Chemo 2012 habe ich mich selbst darum gekümmert, obwohl die Probleme damals noch viel schlimmer waren.

Gestern ein Spaziergang mit meinem Sohn. Musste aber Pause machen.

Heute Treffen mit Lila (www.clarityprojekt.com) und Kinesiologie Arbeit. Ich freue mich sie wiederzusehen. Bin sehr dankbar.

27. 06. 2014 / 11.25 Uhr – Heute den ersten Tag zu Hause. Hab ihn mir voll gepackt: Öl ziehen, Meditation, Termine organisieren, Wäsche waschen, Hundegassi, Wohnung sauber machen, Briefe öffnen (keine „Bomben“ J) Essen und Trinken geht aber noch nicht so richtig – kein Appetit. Wird schon!

20.18 Uhr – Mit meinem Enkelsohn auf der Treppe gesessen und Papi beim Reparieren seines Mopeds zugesehen. Es war so wunderbar entspannend.

28. 06. 2014 / 07.37 Uhr – Hab mich gestern etwas übernommen. Wie immer! Fange an meine Kaffeeeinläufe zu machen. Meine Blase macht mir Schwierigkeiten. Ich merke, dass der ganze Dreck von der Chemo jetzt in meinem Körper revoltiert. Muss es schaffen min. 2 Liter zu trinken. Hab mir eine Trink-App aufs iPhone geladen um zu kontrollieren. Würde natürlich auch ein Zettel reichen, aber die Abkopplung von der ach so geliebten Technik schaffe ich nicht so schnell. Bin ja schon viel besser. Nicht mehr ganz so viel in Facebook. Viele Apps auch vom Handy verbannt.

09.14 Uhr – Mich packt die Lust- und Antriebslosigkeit. Immer wieder gehe ich durch solche Phasen. Anfangs hatte ich mir selbst gesagt „Reiß Dich zusammen, kämpfe!“ Inzwischen weiß ich, dass es nicht unnormal ist nach einer Chemotherapie eine Fatigue zu bekommen. Ganz besonders schlimm war es im letzten Herbst 2013. Ich fiel in eine tiefe depressive Phase. Ich habe gelernt „Ja“ zu sagen, „ja, jetzt geht es mir gerade so!“. So lege ich meine Achtsamkeit auf diese Phase, beobachte. Es fällt mir leichter dann heraus zu kommen. Gehe jetzt rüber zu meinem Schwiegersohn.

11.46 Uhr – Schönes Gespräch. Lege mich jetzt hin, mir ist ein wenig übel.

13.12 Uhr – Nur gedöst. Hole das Buch von Dr. Budwig heraus. IDEE: werde Rezepte kochen & filmen, dann auf Blog veröffentlichen. Hoffe ich schaffe es noch vor meinem nächsten Klinikaufenthalt. Hab mir das Frühstücksmüsli von ihr gerade gemacht.

Eines lehrte mich meine Krankheit unter vielem anderen. Für die Gesundheit ist es wichtig sich Zeit zu nehmen. Spätestens wenn der Körper krank ist wird man dazu gezwungen. Aus diesem Grund nehme ich mir Zeit für das Kochen, Entgiften und Entspannen. Manchmal habe ich sogar das Gefühl viel mehr zu schaffen als früher, wo ich gearbeitet habe wie eine Verrückte.

19.39 Uhr – Heute schläft mein Enkelsohn bei mir. Schwiegersohn ist bei einem Freund Fußball schauen und Tochter ist in Köln Seminare geben. Nun ist er eingeschlafen. Er ist so ein kleiner Schatz und für mich und mein Herz ein kleiner Segen. Es gab zum Abendbrot Pancakes. Er ist alles was Omi so zaubert, natürlich vegan.

29. 06. 2014 / 15.19 Uhr – Mittagsschlaf gemacht. Ich merke, dass ich das noch brauche. Vorhin mit Bilbo Calvez telefoniert. Sie postete über Facebook, dass sie für eine Ausstellung Abspielgeräte benötigte. Hab doch noch das Handy von meinem Mann und meinen MP3 Player. Wir werden uns morgen treffen.

21.52 Uhr – Merke wieder diese Stimmungsschwankungen!

23.19 Uhr – Brauche Struktur als Gerüst. Werde mich einen Tagesplan machen. Ich vergesse so viel. Kann ja auch an der Chemo liegen. Also schön das Hirn trainieren.

30. 06. 2014 / 10.40 Uhr – Heute super, vor allem durch geschlafen J

21.58 Uhr – Heute Bilbo Calvez getroffen. Wie schnell Vertrautheit da sein kann. So als würden wir uns schon sehr lange kennen. Ich freue mich auf die Vernissage am Freitag.